Kunstwerk des Monats September

Miles Macre/ Felix Kraus, Phoenix, 2014

Miles Macre/ Felix Kraus, Phoenix, 2014, Papierprägung auf Büttenpapier, gerahmt im LED-Objektkasten, 56 x 56 cm, Städtische Sammlungen Neu-Ulm

Pilze, Wurzeln, Netzgeflechte – bereits im Januar haben wir in unserem Blog ein Kunstwerk vorgestellt, auf das diese Beschreibung zutrifft: das Pilzgewächs von Anne Carnein. Im September steht erneut die Arbeit eines zeitgenössischen Künstlers im Mittelpunkt, der sich mit diesen faszinierenden Organismen auseinandersetzt. 

Die Papierarbeit von Miles Macre zeigt im Zentrum einen Pilz, aus dessen ausladendem Fruchtkörper kleine Pilze wachsen. Auch in der linken und rechten Bildhälfte finden sich pflanzenähnliche Wesen, deren Oberflächen mit ihrem zartgesponnenen Netz aus Fäden und Lamellen einer Membran ähneln. Sie bilden den Nährboden für weitere Pilze mit verschiedenartigen hutförmigen Fruchtkörpern, deren filigranes Wurzelgeflecht deutlich zu erkennen ist. 

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Kunstwerk des Monats August

Der Teufel steckt in der Kleinskulpturensammlung: 
Thomas Theodor Heine, Teufel, um 1904

Thomas Theodor Heine, Teufel, um 1904, Bronze, H 40,6 cm, Städtische Sammlungen Neu-Ulm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Im Dezember 2010 erwarb das Edwin Scharff Museum den Teufel des Künstlers Thomas Theodor Heine – eine Bronze-Plastik, die zu ihrer Entstehungszeit sehr beliebt und bekannt gewesen ist. Auch heute hat die Figur nichts von ihrem Charme eingebüßt.

Den Teufel erschafft Heine um 1904. Der Künstler präsentiert den Höllenfürsten allerdings nicht als Schreckensfigur der Unterwelt. Etwas dicklich, mit herabhängenden Bauch wirkt der Teufel – zu erkennen an den Hörnern und dem Schwanz – so gar nicht furchteinflößend. Die plastische Form der Gestalt, für die stark gedrungene, nach unten verlagerte Körperformen bezeichnend sind, modelliert Heine als plumpe und irgendwie gemütlich wirkende Figur. Auch die großen, breiten Pranken und die Plattfüße erwecken eher einen beinahe tapsigen Eindruck. Fast erscheint es so, als würde der Teufel in menschenähnlicher, lässiger Dynamik daher schlendern. Das ist gewiss ein heutiger Blick auf diese Plastik. Solch eine karikierende Darstellung als plastisches Werk war für das zeitgenössische Publikum sicherlich ungewohnt.

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