Kunstwerk des Monats Juli

Thomas Putze, Sau im Seil, 2009

Thomas Putze, Sau im Seil, 2009, Fichte, Seil, Städtische Sammlungen Neu-Ulm, Foto Ralf Diemb

Das Schwein scheint sich gerade noch mal gefangen zu haben und hängt nun in den Seilen. Es hat die Beine von sich gestreckt und versucht mit seinen Klauen im Rund des Stricks Halt zu finden. Der Körper ist gespannt, die Schweinenase nach oben gereckt und das Maul vor Anstrengung geöffnet. Das massige Tier hängt im filigranen Seil und hat ihm doch wenig entgegenzusetzen – außer, es geradeso geschafft zu haben, nicht runter zu fallen.

„Kunstwerk des Monats Juli“ weiterlesen

Kunstwerk des Monats Juni

Marg Moll, Frau mit Krug (Krugträgerin), um 1930

Marg Moll, Frau mit Krug (Krugträgerin), um 1930, Metallplastik aus Messinglegierung, Höhe 54 cm, Städtische Sammlungen Neu-Ulm

Einer der Publikumslieblinge in der letzten Ausstellung vor dem Umbau, „Der Berliner Skulpturenfund“, war Marg Molls Frau mit Krug, eine Leihgabe des Georg Kolbe Museums in Berlin. Die Ausstellung wurde zum Anlass genommen, dem Edwin Scharff Museum ein weiteres, bisher nicht bekanntes Exemplar der Figur aus Privatbesitz anzubieten, das schließlich im Oktober 2016 erworben wurde. Das Museum dankt in diesem Zusammenhang den Staatlichen Museen zu Berlin sowie besonders Dr. Geneviève Debien, die ein Werkverzeichnis der Künstlerin erstellt hat, für wichtige Hinweise zur Plastik. 

„Kunstwerk des Monats Juni“ weiterlesen

Kunstwerk des Monats Mai

Karl Schmidt-Rottluff, 9 Holzschnitte, 1918

Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976), ist euch nicht Kristus erschienen, 1918, Van Gelder-Bütten, ca. 35 x 50 cm, Städtische Sammlungen Neu-Ulm, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2017

„(…) zu noch stärkeren Formen greifen (…)“

Im Mai steht eine prominente Arbeit des Künstlers Karl Schmidt-Rottluff aus dem grafischen Bestand des Museums im Fokus: Der „Kristus“-Zyklus, eine Mappe mit neun Holzschnitten, die das Edwin Scharff Museum im November 2015 mit Hilfe der Werner Schneider Kunststiftung erwerben konnte. Das Besondere: In Auktionen werden zumeist nur Einzelblätter des Zyklus‘ versteigert; eine vollständige Mappe wird äußerst selten angeboten.  

„Kunstwerk des Monats Mai“ weiterlesen

Kunstwerk des Monats April

Annemarie Haage, Kauernde Antilope, 1964

Annemarie Haage, Kauernde Antilope, 1964, Bronze, 19,8 x 30 x 15 cm, Städtische Sammlungen Neu-Ulm

Eine Entdeckung: Die Neue in der Familie der Kleinskulpturen

Im Katalog eines Düsseldorfer Auktionshauses entdeckte Museumsleiterin Helga Gutbrod im Januar 2017 die qualitätvolle kleine Tierplastik „Kauernde Antilope“ von Annemarie Haage. Sie wollte mehr über die Künstlerin wissen und übergab mir die Recherche. Das Vorhaben kam aber sehr schnell an seine Grenzen. Über die Bildhauerin, die am 8. Dezember 1917 in Berlin geboren wurde, lässt sich wenig herausfinden. Porträts und Tierplastiken sind ihre bevorzugten Motive. Ein schmaler Ausstellungskatalog aus dem Jahr 1968 bietet einige wenige Informationen. Zusammen mit der Grafikerin Gertrude Sandmann (1893-1981) stellte sie im Haus am Kleistpark in Berlin aus. Es waren 28 Tierplastiken von ihr zu sehen. Man erfährt weiter, dass Annemarie Haage an den Hochschulen für Bildende Künste in Berlin und Frankfurt bei Toni Stadler, Otto Hitzberger und Fritz Diederich Bildhauerei studiert hat. Studienreisen führten sie nach Holland, Belgien, Italien, Ägypten und Ost-Afrika.

„Kunstwerk des Monats April“ weiterlesen

Kunstwerk des Monats März

Edwin Scharff, Porträt Heinrich Wölfflin, 1923

Edwin Scharff
Porträt Heinrich Wölfflin
1923
Feder und Tuschpinsel auf Büttenpapier
45 x 30 cm
Nachlassgemeinschaft Scharff Neu-Ulm
Heinrich Wölfflin an Prof. Dr. Bruno Paul
3. Mai 1933
Städtische Sammlungen Neu-Ulm

„Kraft und Größe“

Nachdem letzten Monat ein Werk von Ernst Geitlinger anlässlich seines Geburtstages genauer Betrachtung unterzogen wurde, steht im Monat März – ebenfalls in seinem Geburtsmonat – Edwin Scharff im Fokus. Am 21. März wäre der 1887 geborene 130 Jahre alt geworden.

Ende vergangenen Jahres konnte ein Brief des Schweizer Kunsthistorikers Heinrich Wölfflin vom 3. Mai 1933 für die Städtischen Sammlungen Neu-Ulm erworben werden. Darin macht sich Wölfflin, als direkte Reaktion auf die Zwangsbeurlaubung von Edwin Scharff aus dem Lehrdienst der Vereinigten Staatschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, für einen Verbleib Scharffs an der Schule stark. Er bittet den Direktor der Staatsschule Professor Bruno Paul, sich für den Künstler im Ministerium einzusetzen.

„Kunstwerk des Monats März“ weiterlesen